Am 24. Oktober diesen Jahres wird Radio Bastard 18 Jahre alt, also volljährig. Wenn alles passt, werde ich am selben Tag auch die 3000. Episode veröffentlichen. Kranke Scheiße einfach, dass ich diesen Krempel schon seit so unfuckingfassbar langer Zeit mache – Alleine. Ohne damit Geld zu verdienen, ohne Team oder Partner im Hintergrund. Ohne Skript, ohne Vorbereitung, ohne Plan. Spontan. Ohne je Sprecher, Comedian oder Autor gewesen zu sein. Nebenbei, abends an meinem Schreibtisch oder mit dem Recorder in der Hand im Auto. Mit komplett selbst gekauftem Technik-Zeugs. Einfach aus der Hüfte. Als Hobby.
Meines Wissens nach gibt es nur sehr wenige Podcasts im deutschsprachigen Raum, die mit einem ähnlichen Konzept unterwegs und auch schon so lange am Start sind. Nerdtalk wäre hier zu nennen und auf jeden Fall auch der Nachtzug nach Hamburg.
Und natürlich Arne Ruddat! Der ist zwar noch nicht so lange am Start wie Reiko vom Nachtzug oder ich, verfolgt aber seit dem ersten Tag das gleiche und sehr ehrenwerte Konzept: Als Ein-Mann-Podcast-Label komplett allein und im Grunde als Hobby einen kostenlosen Podcast ins Netz zu rotzen. Ohne Werbung und ohne damit Geld zu verdienen.
Ohne Produzenten, ohne Redaktion, ohne Grafikabteilung und ohne Sound-Designer oder Post-Produktionsteam und mit komplett eigenem Equipment hat Arne in den letzten 15 Jahren 12 verschiedene Podcast-Formate (unter anderem Dirty Minutes Left, den Fireflycast und den absolut überragenden Minutenweise Matrix) und mittlerweile über 1000 Episoden in den Äther gesendet! Und all das einfach nur, weil es ihm unfassbar Spass macht und er sich einfach freut, wenn Leute gerne zuhören.
Das macht für mich echte Podcaster aus! Das ist der Ursprung dieses Mediums! Menschen, für die das alles eine wirkliche Passion ist. Die sich Nächte um die Ohren schlagen für ihr Hobby und die im Grunde seit Jahren in einer kleinen Nische mit harter, treuer Fangemeinde unterwegs sind. Die nicht noch nebenbei eine Fernsehshow moderieren oder mit ihrem neuen Comedy-Solo-Programm auf Tour sind, sondern die nebenbei mal eben 40 Stunden die Woche einen ganz normalen Job machen, der mit diesem Podcast-Kram einfach mal so gar nichts zu tun hat.
Aber hey, kein Problem. Verleiht die Podcastpreise ruhig weiter an Comedians und Fernsehmoderatoren, die sich einmal im Monat zu einem von ihren Managern und Agenten festgelegten Termin in ein professionelles Aufnahmestudio fahren lassen, dort 30 Minuten in ein High-End-Mikrofon babbeln und danach wieder nach Hause fahren, während ein Team von zweiunddrölfzig Leuten sich um die Postproduktion, die Veröffentlichung, den Merch, Social Media und die Vorbereitungen zur nächsten Sendung kümmert.






