Deutsche, die Halloween feiern. Weiß ich nicht. Schwierig.
Nein, ich hab nichts gegen Halloween. Dieses Fest, dass tief in der amerikanischen Gesellschaft verwurzelt ist. Ich hab auch nichts gegen andere Kulturen oder Menschen, die sich gerne verkleiden. Ich hab was dagegen, dass die Deutschen sich von Medien, Marketing und der Industrie einen Feiertag einreden lassen, der einfach keinen kulturellen Hintergrund, keine historische Tradition und keinen gesellschaftlichen Ansatz besitzt, der sich aus unserer eigenen Geschichte heraus entwickelt hat. Halloween wurde einfach nur importiert, beworben, und kommerzialisiert. Und das in einem Land, in dem so viele Menschen so talentiert darin sind, sich über alles zu wundern und zu beschweren, was irgendwie fremd, anders oder nicht Teil ihrer gewohnten Kultur ist. Aber wenn es darum geht, Plastikspinnen und Kürbisse zu kaufen weil die Leute im Fernsehen und Internet das ja auch machen, ist das okay.
Ich habe nichts gegen neue Bräuche und Einflüsse anderer Kulturen. Ich hab auch nichts gegen Ramadan, Diwali oder den Karneval der Kulturen. Ich hab was dagegen, dass ein kommerziell importierter Brauch zu einem gesellschaftlichen Selbstläufer wurde und dass uns die Industrie jedes Jahr noch aggressiver erklärt, dass Halloween ist, damit sie noch mehr Umsatz machen kann, Medien dieses Event entsprechend begleiten und wir glauben, dass wir unbedingt mitmachen müssen.
Und kommt mir jetzt bitte nicht mit Samhain. Diesem keltischen Fest, das vorchristliche Wurzeln hat und irgendwie mit dem Jahreszeitenwechsel verbunden ist. Diese Herleitung ist ungefähr genau so sperrig wie die Stringtheorie. Man kann sich da sicherlich ganz wunderbar hineindenken, ein paar Verbindungen konstruieren und am Ende kommt irgendwas dabei heraus. Aber ob das jetzt wirklich eine belastbare Begründung dafür ist, warum ich heute Abend mit einem Plastikskelett durch die Nachbarschaft laufen sollte, wage ich zu bezweifeln.









